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Institut für Katholische Theologie

Über uns

Die Katholische Theologie widmet sich auf der Basis von bestimmten normativen Texten und Glaubenslehren im Rahmen einer über Jahrhunderte gewachsenen Tradition religiösen Fragestellungen. Religionen spielen im gesellschaftlichen Leben eine wichtige Rolle, indem sie unter anderen die sozialen Strukturen prägen, das moralische Wertesystem beeinflussen. Sie sind in verschiedenen Bereichen – vor allem in Erziehung, Bildung, Kunst und Kultur – präsent. Dies gilt in besonderem Maße für das Christentum, das aufgrund seiner weltweiten Verbreitung in zahlreichen Gesellschaften verankert ist und deren Entwicklungsgeschichte über Jahrhunderte hinweg mitbestimmt hat.

Angesichts gegenwärtiger, globaler Tendenzen stellt sich vor allem eine Herausforderung an die Katholische Theologie: Sie muss nach der Funktion und dem Wert von religiösem Glauben und religiöser Praxis in einer sowohl pluralistischen als auch teilweise säkularen Gesellschaft fragen.

Welchen Beitrag kann sie mit ihrem großen intellektuellen und ethischen Potenzial zur Lösung von Konflikten leisten und wie kann sie mit anderen Gemeinschaften kooperieren, ohne ihre besondere Identität zu verlieren?

Und welchen Platz kann die Katholische Theologie in einer säkularen Welt einnehmen? Wie kann sie sich gegenüber nicht-religiösen Lebensformen verhalten und wie die eigene Lebensform begründen?

Die grundgesetzlich garantierte Wissenschaftsfreiheit ermöglicht eine eigenständige, kritische und kreative Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen. Gleichzeigt beabsichtigt die Katholische Theologie, in diesem neuen und forschungsstarken Institut einen interdisziplinären wie interreligiösen Dialog voranzutreiben und insbesondere eine anthropologische und globalgeschichtliche Perspektive am Institut zu stärken. Es gilt daher, unter den Bewerbern auf die fünf Professuren, eine Personen optimaler Qualität und Kooperationsfähigkeit zu berufen. Das neue Institut verspricht, ein intellektueller Brennpunkt in der Wissenschaftslandschaft zu werden.

Rechtliche und hochschulpolitische Grundlagen

Im Hochschulvertrag für die Jahre 2018 bis 2022, den das Land Berlin mit der Humboldt-Universität abgeschlossen hat, wurde vereinbart, dass das Seminar für Katholische Theologie, das zur Zeit an der Freien Universität besteht, an die Humboldt-Universität verlagert und zu einem größeren Institut ausgebaut werden soll. „Damit verbunden“, so wurde festgehalten, „ist das gemeinsame Ziel des Landes und der Universitäten, innerhalb der Vertragslaufzeit die Theologien gemeinsam unter dem Dach der Humboldt-Universität zu Berlin zu etablieren und zu stärken.“ Somit hat die Humboldt-Universität den Auftrag, ein Institut für Katholische Theologie sowohl inhaltlich als auch strukturell zu konzipieren und unter Berücksichtigung der anderen Theologien zu gründen. Dieser Prozess erfolgt in Absprache mit dem Erzbistum Berlin.

Gemäß geltender Rechtsauffassung müssen Staat und Religionsgemeinschaft bei der Einrichtung konfessionsbezogener Studiengänge kooperieren. Daher sind auch die einschlägigen normativen Grundlagen des Heiligen Stuhls und der Deutschen Bischofskonferenz zu beachten. Dies bedeutet erstens, dass die konfessionsbezogenen Studiengänge (deren Einführung, Änderung oder Aufhebung sowie die Studien- und Prüfungsordnungen in diesen Studiengängen) im Fach Katholische Theologie im Einklang mit den Vorgaben der Katholischen Kirche stehen müssen. Dies gilt auch für Module des Fachs Katholische Theologie in nicht-konfessionellen, interdisziplinären Studiengängen, jedoch nicht für diese Studiengänge insgesamt. Zweitens hat die Katholische Kirche ein Mitwirkungsrecht bei der Besetzung der Professuren. Die Mitwirkung der Kirche bei der Berufung erfolgt insbesondere nach konkordatären Regelungen (das sog. bischöfliche „Nihil obstat“).