Humboldt-Universität zu Berlin - Zentralinstitut für Katholische Theologie (IKT)

Forschung

Die Forschung von Marlen Bunzel legt den Schwerpunkt auf eine theologische Exegese des Alten Testaments. Sie verknüpft darin christliche und jüdische Auslegungstraditionen mit philosophisch-theologischen Fragestellungen. Damit erweisen sich Marlen Bunzels Forschungsthemen als anschlussfähig und vermittelbar für eine zunehmend säkularisierte Gesellschaft.

 

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Gottesbeziehung, Raum & Körper im Ijobbuch

Marlen Bunzel zeigt in ihrer 2018 erschienen Dissertationsschrift, was es heißt, Raum konsequent mehrdimensional zu denken: nicht nur dreidimensional, i.S. eines Gefäßes, sondern immer auch relational. Im Fokus steht dabei die Gottesbeziehung Ijobs. Ausgehend von einem relationalen Raumbegriff untersucht sie mittels semantischer Analysen der (Körper-)Raum-Bilder die Entwicklungen, die sich aus der Perspektive Ijobs heraus im Beziehungsraum mit Gott ereignen.

 

 

 

 

 

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Bibelrezeption, Zensurmechanismen und homiletische Fragestellungen in der katholischen DDR-Diaspora

Seit 2021 arbeitet Marlen Bunzel in Kooperation mit Dr. Martin Nitsche (Goethe-Universität Frankfurt) an der Erforschung der Schriftrezeption in der DDR. Im Fokus steht dabei das einzige katholische Predigtreihenwerk der DDR „Das Wort an die Gemeinde“, welches im Spannungsfeld von staatlicher und kirchlicher Zensur in den 1970er Jahren entstand. Der von Bunzel und Nitsche herausgegebene Band, der in Kürze erscheinen wird, bündelt die Beiträge der Tagung vom März 2022 (zum Tagungsbericht hier). Dank der interdisziplinären Zusammenarbeit von Exegese, Kirchengeschichte und Pastoraltheologie liefert der Band differenzierte und weitreichende Einblicke in den bislang unterbelichteten Zusammenhang von gesellschaftlicher und kirchlicher Situation auf der einen und der Schriftrezeption in der Katholischen Kirche in der DDR auf der anderen Seite.

 

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Verknotungen im Textgewebe der Hebräischen Bibel: Fortschreibungen oder Midraschim?

In ihrem aktuellen Forschungsprojekt beschäftigt sich Marlen Bunzel mit der brisanten Frage nach innerbiblischen Fortschreibungsprozessen. Ausgehend von den Jakobserzählungen der Genesis zeigt sie auf, dass die Texte der Hebräischen Bibel nach der Logik des jüdischen Midraschs funktionieren.

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Mit diesem Vorgehen verknüpft Marlen Bunzel nicht nur jüdische und christliche Exegese, sondern auch synchrone und diachrone Auslegungsansätze.